Leberpunktion

Zur Leberdiagnostik ist nicht selten eine Leberbiopsie (Gewinnung von wenig Lebergewebe durch eine kleine Nadel) notwendig. Mit der mikroskopischen Untersuchung von Lebergewebe und mittels Vergleich der Resultate aus dem Blut kann eine Lebererkrankung genauer erfasst und oft Klarheit für eine mögliche Behandlung geschaffen werden.

Die Leberbiopsie wird mit einer Menghini-Nadel nach sonographischer Lagebestimmung durchgeführt. Nach örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) der Haut und Muskulatur wird auf der rechten Köperseite zwischen den unteren Rippen eine feine Nadel unter Ultraschallkontrolle eingeführt und die darunterliegende Leber punktiert. Dieser Vorgang dauert nur einige Sekunden. Bei Bedarf erhalten Sie ein Schmerzmittel.

Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie. Eine Sedation (Beruhigungsspritze) ist in der Regel nicht erforderlich.

Vor der Biopsie wird ein venöser Zugang gelegt. Nach der Punktion werden Sie 4 Stunden überwacht. Gelegentlich können leichte Schmerzen auftreten.

Während den ersten 2 Stunden nach der Biopsie müssen Sie während 2 Stunden in rechter Seitenlage verweilen und werden dann noch während weiteren 2 Stunden Kreislauf-überwacht. Bei gutem Verlauf können Sie nach einer Kontrollultraschalluntersuchung die Praxis verlassen.

Vorbereitung

Vor der Untersuchung dürfen Sie während 6 Stunden nicht mehr essen, dürfen aber bis 1 Stunde vor dem Eingriff trinken.

Bei einer Leberpunktion muss eine Blutverdünnung in Absprache mit dem Hausarzt 3-5 Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden. Überlappend sollte niedermolekulares Heparin bis am Vortag des Eingriffes verabreicht werden.

Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin® und Aspirin-haltige Präparate, Rheumamittel (NSAR) sowie gewisse Grippe- und Kopfschmerzenmedikamente) müssen 7 Tage vor der Punktion abgesetzt werden. Bei Unsicherheiten nehmen Sie bitte mindestens 1 Woche vorher mit uns Rücksprache.

Aktuelle Gerinnungswerte wie Thrombozyten- und Quick-Werte müssen vorliegen. Wenden Sie sich deshalb an Ihren Hausarzt.

Welche Risiken sind mit diesen Eingriffen verbunden?

Sehr selten kann es zu einer Reizung des Bauchfelles, einer Blutung (<1%), oder Atembeklemmung kommen. Diese Komplikationen können selten eine Überwachung über Nacht im Spital, sehr selten auch einen operativen Eingriff nötig machen (0,2‰).

Zusammenfassung

Damit die Leberpunktion problemlos durchgeführt werden kann, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Die Untersuchung ist ein Routine-Eingriff, mit in der Regel äusserst seltenen Nebenwirkungen bzw. Komplikationen. Der diagnostische Nutzen wurde von Ihrem Arzt sorgfältig abgewogen und rechtfertigt diesen Eingriff, um die richtige Diagnose stellen zu können und schliesslich auch die richtige Behandlung einleiten zu können.
  • Bitte sagen Sie dem Arzt, ob eine der folgenden Angaben auf Sie zutrifft: Blutungsneigung bzw. Blutverdünnung, Einnahme von Aspirin, Schmerzmedikamenten (insbesondere Rheumamitte (NSAR)), Medikamentenallergie
  • Während 24 Stunden sollten Sie ausserdem grössere körperliche Belastungen vermeiden und nach Möglichkeit nicht alleine zu hause sein. Bei zunehmenden Schmerzen, Kreislaufproblemen ( z.B. Schwindel) oder Verschlechterung des Allgemeinzustandes informieren Sie unverzüglich uns, Ihren Hausarzt oder Ihr nächstes Spital.

Wir hoffen, dass wir Ihnen alles gut erklären konnten. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.