Neuartige Kolonoskopie mit CO2-Gas (Dickdarmspiegelung)

Dickdarmspiegelung bedeutet die Untersuchung des Dickdarmes und unteren Dünndarmes unter Zuhilfenahme eines beweglichen Spiegelungsgerätes (Koloskop), vgl. „Die Dickdarmspiegelung“. Der Darm wurde von Ihnen nach unserem Abführschema optimal gereinigt. Um nun den Darm spiegeln zu können, wird Luft in den Darm geblasen, um Sicht zu erhalten. Normalerweise wird dazu Raumluft benützt. Es gibt wissenschaftliche Arbeiten die zeigen, dass der Untersuch bei höchster Patientensicherheit (keine Nebenwirkungen bekannt) nochmals viel komfortabler durchgeführt werden kann, wenn anstelle der Raumluft CO2 verwendet wird. Das CO2 hat die Eigenschaft, viel schneller resorbiert und dann über die Lunge abgeatmet zu werden. Wenn auch Schmerzen in der Endoskopie dank modernster Sedation (rasch und kurz wirksame Schlafspritze), in der Regel nicht mehr Probleme bereiten, beklagen doch einige Patienten, v.a. Patienten mit Reizdarmsyndrom (überempfindlicher Darm) nach der Untersuchung Blähungen, welche z.T. unangenehm sein können. Diese treten bei Endoskopie mit CO2-Gas nicht mehr auf, was für den Patienten bezüglich des Komforts nochmals einen Fortschritt darstellt. Ein noch grösserer Vorteil stellt die Gabe von CO2-Gas bei grossen und/oder vielen Polypenentfernungen (Abtragung von Gewebegeschwülsten) dar. Müssen grosse, z.T. gefährliche Polypen herausgenommen werden, muss hierzu ein grösseres Areal von Schleimhaut (Mukosektomie) entfernt werden. Dies gleicht dann einer kleineren Operation von der Innenseite des Darmes her und benötigt etwas länger als eine rein diagnostische Spiegelung. Das Resultat kann vermehrte Blähungen und allenfalls auch etwas Schmerzen nach erfolgtem Eingriff sein. Auch da bedeutet die Spiegelung mit CO2 eine Verbesserung bezüglich Beschwerden, welche auftreten können. Übrigens wird aus diesen Gründen in der Bauchspiegelung (Laparoskopie) schon lange CO2 verwendet. Unsere bisherigen Beobachtungen bestätigen, was mehrere Autoren in wissenschaftlichen Studien rapportierten. Die Untersuchung mit CO2 bedeutet für den Patienten noch weniger Symptome nach einer Dickdarmspiegelung und damit nochmals höhere Patientenzufriedenheit. Nach Evaluation dieser neuen Technik stellen wir anfangs 2008 die ganze Endoskopie des unteren Magendarmtraktes auf CO2-Gabe um. Wir verwenden dazu ein eigens dafür entwickeltes Gerät zur CO2-Insufflation (CO2 Efficient von der amerikanischen Firma EZME), welches höchsten Sicherheitsansprüchen genügt. Wir hoffen, mit diesem Schritt noch mehr Patienten eine schmerz- und blähungsfreie Dickdarm­spiegelung zu ermöglichen und damit der Kolonoskopie zu noch mehr Akzeptanz zu verhelfen, v.a. bei der Vorbeugung des Dickdarmkrebses mittels Vorsorgeunter­suchung.